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Veranstaltungsbericht „Die Apotheke – eine moderne Form der Arzneimittelgabe”

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Nachlese zur Veranstaltung: „Die Apotheke – eine moderne Form der Arzneimittelgabe” vom 07.11.2018

Moderne Form der Arzneimittelgabe und digitale Vernetzung im Gesundheitswesen

Dieses Thema beschloss am 7. November die diesjährige Vortragreihe. Bei Christoph Spang von der Apotheke St. Maria in Kaiserslautern lag es in erfahrenen Händen.

„Wir ermöglichen die schnellste Form der Arzneimittelgabe, schneller als Versand und Internetapotheken. Denn viele brauchen ihr Medikament am nächsten Tag und nicht erst vier Tage später, manchmal sogar am Wochenende oder an Weihnachten“, schlug Christoph Spang eine Bresche für Apotheken am Ort. 

Als Apotheker mit langjähriger Berufserfahrung wisse er, wie wichtig die korrekte Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten ist. „aber wer täglich mehrere Medikamente braucht, kennt das Problem. was muss ich wann in welcher Dosierung einnehmen?

Tages- oder Wochenspender helfen, den Überblick zu behalten, müssen aber von Hand bestückt werden.“ Das könne zu Verwechslungen, Hygiene- und Haltbarkeitsproblemen führen. Einnahmehilfen in Form von Kassetten für den Tages- oder Wochenbedarf, wie etwa Dosett, hätten schon dazu beigetragen, die Einnahme zu erleichtern. „Aber sie verfügen nur über 4 Fächer pro Tag. Wohin also mit dem L-Dopa, wenn es öfter eingenommen werden muss? Außerdem sind die Tablettenspender für manche Ältere schwer aufzuschieben.“

Deshalb habe man in der Apotheke St. Maria bereits vor acht Jahren ein Verfahren eingeführt, das die Medikamentenverabreichung komfortabel und sicher mache. Mittels eines vollautomatischen und medikamentenspezifischen Packsystems werden die Medikamente für jeden Patienten nach einem festen Einnahmeplan verblistert. „Das heißt, jede Medikamentendosis wird maschinell in einem transparenten Tütchen verpackt. Jedes Tütchen ist beschriftet und gibt Auskunft über Namen des Patienten, Bezeichnung und Aussehen des Medikaments, Einnahmedatum und -uhrzeit sowie der Charge, über die sich jedes Blistertütchen zurückverfolgen lässt“, so Spang. Verblistert werden die Medikamente in speziellen Reinräumen. Das Ergebnis sind vor Luft und Feuchtigkeit geschützt verpackte Einzeldosen, die in der richtigen Einnahmereihenfolge miteinander zu einem hygienischen Beutelstrang verbunden sind. Die Blistertütchen werden nachträglich abgeglichen und dokumentiert, Verwechslungen und unkorrekte Dosierungen seien bei der maschinellen Verblisterung so gut wie ausgeschlossen. Vielmehr diene diese Art der Einnahmehilfe dazu, Fehler bei der Einnahme zu vermeiden. „Weil sie sehr übersichtlich ist und es sich problemlos kontrollieren lässt, ob etwas eingenommen wurde oder nicht.“

Vor allem in Alten- und Pflegeheimen könne das Verblistern die Arzneimittelsicherheit deutlich erhöhen und die Pflegekräfte entlasten. Die ersparte Zeit könne den Bewohnern zugute kommen. Aber auch für zuhause empfehle sich Verblisterung zwecks der guten Übersicht. Die Kosten dafür belaufen sich laute Christoph Spang auf 16,95 Euro pro Monat.

Noch weiter optimiert könne die Arzneimittelgabe durch eine digitale Vernetzung von Arzt, Pflegeheim, Apotheke und Patient mittels Rezept, Gesundheitskarte und Medikationsplan auf elektronischer Basis. Mit Hilfe einer automatischen EDV gestützten Kontrolle könnten so Wechselwirkungen und Kontraindikationen festgestellt und umgangen werden. Die Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker sei zum Vorteil für den Patienten und schone die vorhandenen Ressourcen im Gesundheitswesen.

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